Gertraud Fletzberger
Gertraud Fletzberger wird 1932 in Wien geboren. Sie wächst im evangelischen Glauben auf, zu dem ihr Vater übergetreten ist. Erst nach dem „Anschluss“ im März 1938 erfährt sie von ihren jüdischen Wurzeln. Die Eltern beschließen, Gertraud, ihren zehnjährigen Bruder und ihre fünfjährige Schwester mit einem Kindertransport nach Schweden zu schicken, um ihr Leben zu retten. Nach fast zwei Jahren bei Pflegeeltern kann Gertraud Fletzberger von ihrer Mutter, die inzwischen ebenfalls nach Schweden geflüchtet ist, wieder aufgenommen werden. Ihr Vater überlebt den Krieg in Italien und Frankreich. 1947 kehrt die Familie nach Wien zurück.
Gertraud Fletzberger studiert Biologie und Sport und wird Lehrerin. Nach der Pensionierung schließt sie noch das Studium der Skandinavistik ab und beginnt, sich als Zeitzeugin zu engagieren.
Das Interview mit Gertraud Fletzberger ist 2015 entstanden und dauert in voller Länge zweieinhalb Stunden. Dieses Videoporträt wurde von Markus Barnay wie eine Kurzdokumentation gestaltet und weist einen dramaturgischen Erzählbogen auf.
Dieses 25-minütige Interview hingegen ist weniger als eigenständiger Kurzfilm gedacht, sondern steht im Zusammenhang mit dem auf seiner Basis erarbeiteten Lernmodul ("Überleben im Fluchtland"). Es besteht aus einer Aneinanderreihung von Sequenzen, die Maria Ecker-Angerer, die Verfasserin des Lernmoduls, ausgewählt hat.